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13.10.2026

Welthospiztag am 10.10.26: DHPV tritt für Vielfalt und gegen Ausgrenzung ein

Am 10. Oktober war Welthospiztag. Unter dem Motto „So bunt wie das Leben. Hospiz.“ stellte der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) den Tag zum dritten Mal in Folge unter das Thema Vielfalt. 

"Der Verband und seine Mitglieder setzen sich dafür ein, dass schwerstkranke und sterbende Menschen gut begleitet werden, unabhängig davon, woher sie kommen, was sie glauben, wen sie lieben oder wie sie leben. Denn Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie muss verteidigt werden, gerade auch in der Sorge um Menschen am Lebensende", heißt es dazu in einer Presseaussendung des DHPV vom 07.10.26.

Hospizarbeit und Palliativversorgung sind für alle Menschen da. Diesen Anspruch vertritt die Hospizbewegung seit ihren Anfängen. In der Praxis werde er noch nicht für alle eingelöst. "Wer nicht gut Deutsch spricht, findet schwerer Zugang zu Beratung und Begleitung. Menschen mit geistiger Behinderung sterben häufig in Einrichtungen, die auf palliative Versorgung noch zu wenig vorbereitet sind. Queere Menschen haben im Gesundheitswesen oft Diskriminierung erlebt und meiden Angebote aus Sorge, erneut abgewertet zu werden. Wohnungslose Menschen erreichen hospizliche und palliative Angebote meist gar nicht", so der DHPV.

„Ob ein Mensch am Lebensende gut begleitet wird, darf nicht davon abhängen, ob er in das Bild einer Mehrheit passt“, sagte Susanne Kränzle, Vorsitzende des DHPV. „Ausgrenzung trifft Menschen auch und gerade dann, wenn sie am verletzlichsten sind: in schwerer Krankheit, im Sterben, in der Trauer.“

Das gesellschaftliche Klima, in dem Hospizarbeit, Palliativversorgung und Trauerbegleitung stattfinden, habe sich verändert. Rassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit nehmen zu, abwertende Äußerungen über Geflüchtete und arme Menschen seien im öffentlichen Diskurs keine Randerscheinung mehr. Das bleibe nicht ohne Folgen für die Menschen, die begleitet werden, und für viele, die sich in der Hospizarbeit engagieren.

Der DHPV, seine Landesverbände und Mitgliedseinrichtungen setzen deshalb alles daran, Hospizarbeit für alle Menschen erreichbar zu machen. Viele arbeiten dafür mit Partnern aus der Eingliederungshilfe, der Wohnungslosenhilfe, der Migrationsarbeit und queeren Communities zusammen. Und sie bemühen sich um ein diverseres hospizliches Ehrenamt, das die Vielfalt der Gesellschaft besser abbildet. „Wir wollen, dass sich mehr Menschen bei uns wiederfinden, als Begleitete und als Begleitende“, so Kränzle. „Dafür müssen wir uns weiter öffnen, für andere Lebensrealitäten, andere Sprachen, andere Glaubensrichtungen. Die Hospizbewegung hat auf Ausgrenzung eine klare Antwort: Am Ende zählt der Mensch. Jeder Mensch.“

Und doch, so Kränzle, habe sich in den vergangenen Jahren viel getan. So gibt es immer mehr junge Menschen, mehr Männer sowie mehr Personen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte, die sich in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren. Wie vielfältig und kreativ Hospizarbeit schon heute ist, zeigten rund um den Welthospiztag mehrere hundert Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen in ganz Deutschland. Sie luden zu Infoständen, Tagen der offenen Tür, Fachveranstaltungen, Lesungen, Konzerten, Filmvorführungen und Gottesdiensten ein und informieren über Hospizarbeit, Palliativversorgung, Trauerbegleitung und das hospizliche Ehrenamt. Eine interaktive Karte auf der Webseite des Fachverbandes zeigt, wo Veranstaltungen stattfinden.

Ergänzend hatte der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband im Jahre 2000 den Deutschen Hospiztag ins Leben gerufen. Er wird heute in enger Anbindung an den Internationalen Welthospiztag jährlich am 14. Oktober begangen. Ziel beider Tage ist es, eine breite Öffentlichkeit auf die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliativversorgung aufmerksam zu machen.     

Weitere Informationen:

Karte zu allen Veranstaltungen zum Welthospiztag