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17.07.2026

CDL-Vorstand fordert Rücktritt von CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn

Als Fraktionschef hat Jens Spahn aufgrund der Inanspruchnahme einer sogenannten Leihmutterschaft in den USA seine Glaubwürdigkeit verloren. Als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trägt er eine besondere politische und persönliche Verantwortung für sein repräsentatives Handeln, nicht nur nach außen, sondern gerade auch innerhalb der Union.

Mit einer Auftragsvergabe an eine Leihmutter in den USA hat sich Spahn über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt sowie über alle Grundsätze und Beschlüsse seiner Partei. Dies ist, wie die wachsende öffentliche Empörung zusätzlich unterstreicht, ein Beleg für eine irritierende Doppelmoral und bestärkt leider viele Wähler und Wählerinnen darin, politisches Vertrauen in die inhaltliche Verlässlichkeit und christliche Wertorientierung der Unionsparteien zu verlieren.  

Der Bundesvorstand der Christdemokraten für das Leben (CDL) fordert daher Jens Spahn auf, von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Deutschen Bundestag zurückzutreten. Durch dieses Amt steht Herr Spahn an exponierter Stelle der Legislative. In Deutschland gilt aus Schutzgründen für Frauen und Kinder ein Verbot der Leihmutterschaft. Frauen sind keine "bezahlbaren Brutkästen" und Kinder keine "bestellbare Ware". Als Minister und Vertreter der CDU/CSU hatte Spahn dieses grundsätzliche Verbot bisher sogar mitgetragen, um es nun aber gezielt privat zu umgehen.

Derzeit wird in vielen Ländern und auch innerhalb der Europäischen Union an einer breiten Ächtung der Leihmutterschaft gearbeitet. Denn solange Gesetze im In- und Ausland noch Schlupflöcher lassen, wird es finanzstarken Paaren und Singles weiter möglich bleiben, sich mit hohen Geldbeträgen im Ausland ihren Kinderwunsch durch Leihmutterschaft und selektierten Embryonentransfer zu erfüllen. Viele dieser so gezeugten Kinder haben damit vier Elternteile: ein Eizellspenderin, eine Leihmutter, einen biologischen Vater, einen „sozialen“ Vater/Partner. Gerade als ehemaliger Gesundheitsminister ist Jens Spahn auch ausreichend über diese medizinischen „Schattenmärkte“ und über die gesundheitlichen Risiken für die Eizellspenderinnen wie auch die der austragenden Leihmütter informiert, die diese Frauen meist ausschließlich aus wirtschaftlicher Not auf sich nehmen.

Die CDL kritisiert bereits seit Jahren vehement, dass diese wachsenden, finanziell sehr attraktiven neuen Märkte ethisch überaus verwerflich und menschenverachtend sind und dringend national wie international rechtlich gestoppt werden müssen. Sie gehen zu Lasten der Schwächeren, zu Lasten von Frauen und Kindern. Der letzte Parteitag der CDU hast dies ausdrücklich bestätigt und gefordert, diese Gesetzeslücken auch in Deutschland kurzfristig zu schließen. Dies wird nun ausgerechnet durch Ex-CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn bewußt konterkariert. Daher ist zur Lösung dieser ernsten Glaubwürdigkeitskrise für die Union der Rücktritt Spahns erforderlich.

Ergänzende Informationen:

CDL-Themenrubrik Adoption und Leihmutterschaft